Wofür mich meine Kunden buchen: Professionelle InDesign-Templates & das Verständnis für den Anwender

Wofür mich meine Kunden buchen: Professionelle InDesign-Templates & das Verständnis für den Anwender

Heute geht es mal *kurz* darum, was eigentlich meine Hauptaufgabe ist. Wenn ich von meiner Selbstständigkeit rede, rede ich immer von zwei Bereichen. Der eine Bereich ist die Schulung von Grafiksoftware, damit Leute, die in der grafischen Branche tätig sind, mit der Software arbeiten können. Und der zweite Teil, der mir auch wahnsinnig viel Spass macht, ist die Erstellung von professionellen InDesign-Templates.

Das spricht sich so schnell dahin, Erstellung von Templates, aber was ist das genau? Ich fang mal ganz von vorne an und erkläre einfach mal, wie ich dazu gekommen bin. Das macht die Sache vielleicht ein bisschen klarer und zeigt die Wichtigkeit dieser Arbeit. Und das fühlt sich dann auch gleich viel besser an als Anfang.

Wie alles begann

Also, vor ganz vielen Jahren war ich mal in einem Verlag und durfte dort die Produktionsbegleitung machen. Wenn der Verlag eine Software installiert oder ein neues System integriert, dann haben sie in den meisten Fällen eine relativ grosse Menge an Redakteuren in ihrer Redaktion sitzen, die alle die Technik nicht so richtig beherrschen. Damals waren es Indesign CS irgendwas und Woodwing, wobei ich nicht mehr genau weiss, welche Version genau. Jedenfalls haben die Redakteure ihre Kernkompetenz logischerweise im Journalismus und brauchten jemanden, der sie in den neuen Systemen schult.

Es wurden dann Schulungen gegeben. Ich hab das im Vorfeld natürlich auch gemacht, durfte dann aber im Anschluss noch zwei oder drei Wochen, glaub ich, sozusagen auf Abruf im Gang stehen um bei Fragen Hilfestellung zu geben. (Sie nannten das Floor-Worker) Das hab ich auch gemacht und hatte dabei total viel Spass, weil ich da super viel gelernt habe. Und weil ich auch heute noch grosse Freude daran habe, den Menschen zu helfen.

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Und? Was ist denn nun mit den Templates?

Jedenfalls hatten die dann so Templates, also Indesign-Dokumente, die sie nur noch mit Inhalt abfüllen mussten. Da waren aber unfassbar viele Fehlerchen drin und viele Sachen waren noch nicht vorbereitet, sodass jeder Redakteur jedes Mal neu entscheiden musste, wie gross die Titelschrift, wie der Abstand zum Grundtext ist oder ob der Grundtext jetzt im Blocksatz gesetzt wird oder nicht. Eben all diese Dinge. Und ich hab dann, wie der ein oder andere mich vielleicht mit meiner grossen Klappe kennt, gesagt: „Hey die Templates sind wirklich grottig schlecht, ich möchte mal einmal mit Profis arbeiten.

Das ist schon sehr, sehr lange her und zum Glück nahm man mir das damals nicht übel. Ich dachte eigentlich, danach würde ich den Auftrag verlieren, aber stattdessen stand ich da und dachte mir nur „Ok, jetzt habe ich einen Auftrag für Templates“. Der Kunde hatte nämlich gesagt „Wenn du so meckerst, dann mach’s doch selber.“

Ich war damals ein bisschen selbstüberschätzend und dachte nur „Ok, jetzt muss ich es halt machen“. Dann stelle ich schnell fest, dass das ganze echt eine sehr umfassende, komplexe Arbeit ist. Aber ich hab wirklich alle Sachen, die ich so kritisiert hatte, nach und nach umgesetzt. Dabei wurde mir ein ums andere Mal bewusst, wie viel das eigentlich ist.

Eine Checkliste musste her

Irgendwann hab ich mir dann so ‘ne Checkliste angelegt, wo drauf stand, auf welche Sachen ich achten muss, was die Redakteure so an Vorbereitung brauchen und so weiter. Als ich schliesslich die Dokumente mit den Redakteuren durchgeschaut habe, haben die zum grossen Teil gesagt „Jupp, kann man gebrauchen“. Bei manchen Sachen war es eher ein „Oh ja, ist zwar toll gemeint, aber war so nicht gedacht.“ Und dann gab’s auch ganz viele Sachen, wo der Redakteur schliesslich sagte „Wow, das geht im Indesign? Das wusste ich gar nicht!“

Und ich selbst merkte halt, dass ich durch die Template-Erstellung das InDesign total gut ausreizen konnte. Das war wirklich ‘ne schöne Geschichte. Als die Templates dann fertig waren, waren wir alle ziemlich zufrieden. Die Redakteure konnten damit viel besser arbeiten. Es waren auch weniger Layout Fehler vorhanden. Und ja, ich war ganz glücklich über meine Arbeit.

Die Gestaltung bleibt trotzdem in Gestalterhand, aber alle Regelmässigkeiten, so repetierende Sachen, die müssen dank Templates nicht jedes Mal neu überlegt werden. Muss ein Autor am Ende des Textes gross geschrieben werden, in dieser oder einer anderen Schrift? Diese Einstellungen konnte ich in InDesign automatisieren.

So zog ich durch die Agentur- und Verlagswelt

Diese Aufgabe durfte ich im Anschluss noch in ein paar Verlagen machen, weil ich das Glück hatte, dass ich empfohlen wurde. Durch Personalwechsel hatten mich Mitarbeiter sozusagen mitgenommen und man kann fast sagen, dass ich in einigen Verlagen quasi rumgereicht wurde. Ich hab gemerkt, dass mir das echt super viel Spass macht und habe mich dann ein wenig in diese Richtung spezialisiert. Es war nicht nur die Freude an der technischen Komponente der Gestaltung, die ich mochte, sondern auch die Anbindung an Datenbanken oder Redaktionssystemen, wie zum Beispiel Woodwing, K4, Comet etc., sowie diese automatischen Sachen, die Templates, wenn man zum Beispiel einen Katalog erstellen will. Das hab ich mal als Projekt in Hamburg gemacht, für 23 Sprachen. Das war natürlich ‘ne ziemlich coole Geschichte, bei der ich die Möglichkeiten von Indesign sehr gut ausreizen konnte.

Redaktionssysteme, Datenbanken, Kataloge, Mehrsprachigkeiten…

Es macht mir einfach ganz, ganz viel Spass, weil ich mich gern in die Technik reinfummel. So bin ich sozusagen von Projekt zu Projekt weiter gekommen, bin gewachsen, hab viel gelernt, viel mehr herausgefunden und schlussendlich mein Know-How aufgebaut.

Das ist, wie gesagt, schon ein paar Jahre her und seitdem habe ich mit jedem Projekt, wirklich mit jedem einzelnen, auch wieder etwas gelernt. So war es auch letztens wieder, als ich mit einem grossen Lebensmittel- oder Grossverteiler in der Schweiz zusammen gearbeitet habe. Bei jedem Projekt sind dann kleine Fehler aufgetaucht die ich bisher noch nie hatte. Die Lösung, die wir dann gemeinsam erarbeiten, nehme ich mit in meinen Wissens-Schatz. Für mich ist nicht nur die Dienstleistung am Kunden wichtig, sondern auch, dass ich eine Erfahrung für mich mitnehme.

Und wofür braucht man jetzt die ganzen Templates?

Zum Beispiel für alle wiederkehrenden Sachen. Wenn ich einen Jahresbericht mache, dann sollte der jedes Jahr zumindest von der Gestaltung her gleich aussehen. Oder Broschüren, Magazine, Zeitungen, natürlich auch Tageszeitungen. Eben alles, wo es schnell gehen muss und das Layout zwar wichtig ist, aber nicht Prio Nummer 1. In diesen Fällen soll das Raster stehen und der Inhalt, das, worauf es ankommt, soll einfach eingefügt werden können.

Wichtig sind Templates auch bei strukturierten Dokumenten, bei Katalogen zum Beispiel. Hier sollen immer wieder die gleichen Sachen erscheinen: Artikelnummer, Beschreibung, Grösse und so weiter. Müsste man das immer wieder per Hand machen, wäre es eine Katastrophe (oder sehr viel Arbeit), wodurch strukturierte Templates hier einfach helfen.

Auch bei Büchern oder anderen grösseren Publikationen sind gute Vorlagen hilfreich. Ein Template kann auch ausserhalb der Printmedien gut eingesetzt werden, zum Beispiel für einen reibunslosen Export als E-book, für die Erstellung barrierefreier PDFs sowie für den Web-Export.

Ein gut strukturiertes Template kann richtig Arbeit und Arbeitszeit sparen.

Ich sehe mich ein bisschen als Bindeglied zwischen dem Design, also dem kreativen Teil und der IT, weil ich ganz oft Sachen aus der IT an das Layout herantragen muss und umgekehrt. Man kann sagen, dass ich manchmal so ein bisschen der Übersetzer für beide Bereiche bin, aber auch derjenige, der beide versteht. Ich verstehe ganz gut, was im Layout passieren muss, damit es funktioniert, aber eben auch, was in der IT passiert und was sie für Bedingungen haben, was sie brauchen, damit es klappt.

Und da kommen wir schon zum nächsten Punkt, denn die Templates sind zwar eine sehr technische Geschichte, aber wenn die Templates nicht vom Menschen angewendet werden können, dann macht es mir wiederum keinen Spass. Um Freude an der Arbeit zu haben, muss ich immer die Verbindung zum Menschen haben, also zum Redakteur, zum Programmierer, zum Nutzer.

Was beinhaltet so ein Template eigentlich alles?

Es gibt viel, was ein Template beinhaltet, unter anderem die Dateigrösse, den Satzspiegel und das Grundlinienraster. Gibt es spezielle Schriften oder Farben, die immer wieder eingesetzt werden müssen? Gibt es Tabellen, die immer wieder funktionieren? Eben all die Dinge, die man automatisieren kann, wie zum Beispiel, dass nach dem Titel immer ein Untertitel folgt und so weiter.

Man kann noch mehr automatisieren. Gibt es immer einen Rahmen, der einspaltig mit der einen Schriftgrösse ist und zweispaltig mit einer anderen? Das kann alles definiert werden.

Ich bereite ausserdem die Templates vor, sodass sie später in einen Export gehen können, falls man da einen xml-Export raus geben möchte. Genau so schaue ich auch, dass die Templates in Bibliotheken verpackt werden. Dadurch kann der Redakteur sich einfach Bibliothekselemente auf die Seite ziehen und muss nicht jedes Mal alles neu anlegen, wenn er ein neues Element braucht.

Man kann auch sagen, wie breit die Rahmen und wie dick die Unterstreichungen sind, ach alles Mögliche kann eingerichtet werden und der Redakteur selber, der nachher das Dokument sozusagen mit seinem Inhalt befüllt, kann dann die vorgefertigten Rähmchen und Kästchen aufziehen und ist damit ziemlich schnell mit seiner eigentlichen Arbeit.

Schlussendlich gibt es also zwei grosse Pluspunkte. Ne, eigentlich gibt es sogar drei.

Der wichtigste für den Kunden ist meistens Effizienz. Durch die Templates kann der Kunde relativ schnell seine Inhalte bearbeiten.

Der zweite Punkt ist das Menschliche. Also ich kann den Leuten helfen, ihre Hauptkompetenz wieder auszuleben, zum Beispiel das Schreiben, das Recherchieren und so weiter. Während er das macht, was er mag und kann, kann er sich gestalterisch voll auf mich verlassen.

Und das dritte, das ist glaub ich für den Kunden primär gar nicht so wichtig, für mich aber total. Ich bin voll gern mit Menschen zusammen, ich bin voll gern in der Technik drin und ich lerne gerne. Und, wenn wir ehrlich sind, was Besseres als die Fragen der Kunden kann ich gar nicht haben als Impuls um zu lernen.

Das war es für heute. Wenn noch Fragen sind, frag mich einfach.

Was dazu auch noch wichtig ist: Wenn du mal ‘n Template haben willst, wenn du mal eine Ordnung in deiner Dokumente haben möchtest, wenn du einfach mal einen Blick auf deine Dokumente brauchst, wie man das zum Beispiel strukturieren oder verbessern kann, dann bist du vielleicht bei mir ganz richtig. Mach einfach einen Termin mit mir ab oder schreib mir eine Mail und dann findet sich sicher ein Weg. Ich freu mich auf jeden Fall, wenn ich in deine Indesign-Dokumente eintauchen kann.

Bis zum nächsten Mal,
Heike


Das Foto ist 2012 entstanden auf der PUBKON in München, der Fotograf war Antonio Morales Okyaz